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Remote Support in Zeiten von Corona

Der Artikel von Stefan Emilius (AK Informationstechnik) für die TIB 03/2020 nimmt Bezug auf die aktuelle Corona Krise und stellt dar, wie der Remote Support in dieser Zeit funktioniert. Dabei blickt Emilius auf einen Vortrag im Februar zurück, in dem die "HoloLens" vorgestellt wurde.

Mitte März 2020: Es ist Abend, Redaktionsschluss für die Ausgabe 3/2020 der Technik in Bayern und es wurde in Bayern der Katastrophenfall aufgrund der Corona-Pandemie ausgerufen. Bis Sie die Zeilen lesen, ist es Ende April oder vielleicht Mai. Das Schlimmste überstanden? Prognostizieren lässt sich nichts. Außer, dass sich die Welt bis Mai einmal mehr verändert haben wird. 

Erste Auswirkungen auf die Teilnehmerzahl durch Corona hatte man schon im Februar zum letzten Vortrag des Arbeitskreises Informationstechnik spüren können. Inhaltlich allerdings hätte er kaum passender sein können. Viele Arbeiten von Ingenieuren lassen sich heute auch aus dem Homeoffice erledigen. Aber wie sieht es aus mit Wartungs- und Reparaturarbeiten an Maschinen, die möglicherweise am anderen Ende der Welt stehen? Servicemitarbeiter mit entsprechenden Spezialwissen reisen dafür weltweit zu den Standorten und reparieren vor Ort. Dass das auch anders geht, war Thema unseres Vortrages im Februar. 

Dennis Brückner von T-Systems Multimedia Solutions GmbH war unser Gast und erzählte uns von den Projekten und Möglichkeiten der Microsoft HoloLens. Das ist keine Virtual-Reality (VR)-Brille mit eingebauten Bildschirmen. Die HoloLens ist eine Mixed-Reality-Brille. Einerseits sieht man wie durch eine normale Brille hindurch, parallel dazu können aber in das Gesichtsfeld Menues, Instruktionen und sogar Videochats eingeblendet und bedient werden. Dadurch, dass die HoloLens ein eigener, kleiner Minicomputer ist, braucht es auch nicht für jeden Anwendungsfall eine Online-Verbindung, sondern kann auch offline verwendet werden. Im einfachsten Fall kann man also z. B. Bedienungs- oder Reparaturanleitungen von einer Maschine abspeichern. Es kann an der Maschine ein QR-Code angebracht sein, damit die Brille die richtigen Menues und Hinweise einblenden kann. Eine automatische Erkennung der Umgebung und der Maschine ist ebenso möglich. So kann ein Servicetechniker unterwegs selbstständig agieren, unabhängig von einer Internetverbindung und mit beiden Händen zum Arbeiten verfügbar. Zur Demonstration hatte Herr Brückner eine HoloLens mitgebracht. Und das Foto eines Schaltkastens der Telekom. Hier konnten alle Anwesenden einmal die Bedienung und Menueführung ausprobieren. 

Es geht aber auch durchaus komplexer. Mit Internetanbindung und Übertragung der Videodaten der Brille zu den Entwicklern und Experten am Hauptsitz der Firma oder dem Hersteller der Maschine. So können die Experten direkt auf die Anlage schauen, können entsprechend instruieren und per Videoübertragung unterstützen. Gerade bei Störungen und Produktionsausfällen ein großer Zeitgewinn gegenüber einer Reise des Servicepersonals. Auch diese Lösung ist keine Theorie, sondern befindet sich bereits im praktischen Einsatz.

Die Vielfalt der Themen spornt uns im Arbeitskreis Informationstechnik immer wieder an, nach besonders interessanten Vorträgen zu suchen. So hatten wir schon das Tsunami Frühwarnsystem, Drohnenabwehr und natürlich Cyber Security aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. So es unser kleines Team vermag, starten wir im Herbst wieder mit neuen Ideen. Und wenn es der VDI vermag, seine Web Conex Plattform auch den Arbeitskreisen zur Verfügung zu stellen, wären wir sofort dabei, auch virtuelle Angebote zu erstellen.  

Bleiben sie gesund und uns gewogen. 

| Foto: Stefan Emilius

Die HoloLens im Einsatz | Foto: Stefan Emilius

Die HoloLens im Einsatz | Foto: Stefan Emilius

Die HoloLens im Einsatz | Foto: Stefan Emilius

Die HoloLens im Einsatz | Foto: Stefan Emilius

Die HoloLens im Einsatz | Foto: Stefan Emilius