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Nichts als Schall – Vortrag zur Ultraschall-Diagnostik

Dipl.-Ing. Helmut Preissler hielt am 6. Juni einen Vortrag über Ultraschall-Diagnostik. Im Anschluss führte Preissler auch eine Ultraschall Untersuchung vor.

Was Sonografie, die Diagnostik per Ultraschall, auszeichnet und wie diese Art der Untersuchung von menschlichem Gewebe funktioniert, zeigte Dipl.-Ing. Helmut Preissler im Rahmen einer VDI-Veranstaltung des Arbeitskreises Bio-, Medizin- und Umwelttechnik am 6. Juni in den Räumen der Hochschule München. Dabei berichtete der Referent nicht nur aus der Theorie und dem aktuellen Stand der Ultraschall-Diagnostik – mit Hilfe eines entsprechenden Ultraschall-Geräts wurde der Prozess auch live vorgeführt. 

Verfahren der Ultraschall-Diagnostik

Die Diagnostik per Ultraschall, dessen Schallwellen bekanntlich für den Menschen außerhalb des hörbaren Bereichs liegen, ist ein nicht invasives Verfahren. „Es ist einfach nur Schall“, sagt Preißler über das Verfahren, das einen Menschen während der Diagnostik weder verletzt, noch Schmerzen spüren lässt. Der Referent gibt Einblicke in die unterschiedlichen Verfahren der Ultraschall-Diagnostik, die seit Jahrzehnten nicht mehr aus der Medizintechnik wegzudenken ist. Neben einem B-Scan („Brightness Scan“) kommt auch das Doppler-Verfahren zum Einsatz. Der A-Scan („Amplitude Scan“) wird heutzutage nicht mehr verwendet, zur Veranschaulichung wurde dieser allerdings auch kurz thematisiert. Das Verfahren ist eine spezielle Form der Sonografie, das seinen Namen dem berühmten physikalischen Doppler-Effekt verdankt, den sich das Verfahren zunutze macht. 

Auch Geräte für Duplexsonografien, die längst in allen Krankenhäusern und Fachdisziplinen vertreten sind, waren Gegenstand des Vortrags. Die Duplex-Geräte kombinieren den B-Scan und das Doppler-Verfahren und zeigen zwei bildliche Darstellungen: im oberen Bereich sind die entsprechend sichtbar gemachten Blutgefäße, im unteren ein Diagramm mit speziellen Kenngrößen des Blutes.

Das Ultraschallverfahren ist ausbaufähig

Das Ultraschallverfahren sei allerdings nach Preißler noch lernbedürftig. Der Vorteil sei zwar durchaus, dass einem Menschen kein Schaden zugefügt wird. Allerdings sollte im Vorfeld bekannt sein, wo genau gesucht werden muss. „Das ist nichts Automatisches wie beim Röntgen“, betont Preißler: „Man muss die Sonde selbst in der Hand halten, anders geht es nicht. Man muss also genau die Anatomie kennen“, so der Experte weiter.
Mithilfe eines handlichen Doppler-Geräts  zeigt Preißler die Benutzung am eignen Körper. Während er die Sonde über seine Haut führt und so die Gefäße sichtbar macht, geht Preißler genauer auf die Anzeigen im Monitor ein. Durch die Betreibung mit Akku oder Batterie eignet sich das Gerät außerdem für Hausbesuche oder Einsätze mit geringer Flexibilität.

Vorbeugung und Frühzeiterkennung

„Unsere Gesellschaft hat ein Problem: wir laufen zu wenig“, sagt Preißler. Wie hilfreich die Diagnostik mit Ultraschall sein kann, zeigt etwa die Möglichkeit eines Venentests. Denn durch das gesellschaftsweit auftretende Problem der mangelnden Bewegung kann es vermehrt zu Thrombose kommen. „Teilchen können sich auch lösen und in die Lunge gelangen“, erklärt Preißler. Dies führt im schlimmsten Fall zu einer Lungenembolie. Venentests sollen daher im Vorhinein Aufschluss darüber geben, wie es um die eigenen Venen bestimmt ist. Die kostengünstige und schnelle Methode der Ultraschall-Diagnostik eignet sich hierfür sehr gut. Auch andere Krankheiten können dadurch bestenfalls frühzeitig erkannt werden, weshalb sich diese Art der Untersuchung auch weiterhin großer Beliebtheit erfreut.

Sarah Stingl

Dipl.-Ing. Helmut Preissler zeigt die Benutzung des Geräts am eigenen Körper

Preissler bei der Analyse der Daten

Mithilfe des Doppler-Gerät wurden die Gefäße sichtbar gemacht