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Nachbericht zum Materialfluss-Kongress 2021

Erfahren Sie im Nachbericht mehr über den 29. Deutschen Materialfluss-Kongress, der Mitte März 2021 unter dem Motto "Die Automatisierung auf dem Vormarsch! Der Mensch auf dem Rückzug?" stattfand.

Unter dieser Fragestellung fand Mitte März zum 29. Mal der Deutsche Materialfluss-Kongress statt. Die beiden Veranstalter, der Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) der Technischen Universität München und der VDI Bezirksverein München, Ober- und Niederbayern e.V., präsentierten die Veranstaltung unter dem Motto Die Automatisierung auf dem Vormarsch! Der Mensch auf dem Rückzug?“. Der COVID-19-Pandemie geschuldet, wurde der Kongress nicht wie üblich an der Technischen Universität München in Garching veranstaltet, sondern als kostenfreies Online-Event angeboten. Kongressleiter Professor Johannes Fottner, Leiter des Lehrstuhls fml sowie stellvertretender Vorsitzender des VDI-Fachbereichs Technische Logistik, eröffnete den Kongress mit einer kurzen Ansprache zur aktuellen Situation. Mit weit mehr als 650 Anmeldungen zur virtuellen Veranstaltung, konnte er bereits jetzt von einem Erfolg für den Kongress sprechen.

Durch die anschließende Plenumsveranstaltung führte Dr. Christian Jacobi als Moderator. Im Anschluss an ihre Impulsvorträge diskutieren Max Meister von der Ludwig Meister GmbH & Co. KG, Martin Rademaker als Mitglieder des Vorstandes der Fiege Logistik Stiftung & Co. KG und Dr. Christian Baur als CEO der Swisslog AG in einer hybriden Podiumsdiskussion live vor Ort in Garching. Sie widmeten sich der Frage, inwieweit die voranschreitenden Automatisierungslösungen den Menschen aus dem gewohnten Arbeitsumfeld verdrängen werden.

In der Mittagszeit erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit sich im Rahmen einer virtuellen Postersession über die aktuellen Forschungsprojekte des Lehrstuhls fml zu informieren. Ebenso boten die beiden Veranstalter den Teilnehmern die Möglichkeit, sich über einen virtuellen Austauschraum via Zoom zu vernetzen.

Nach der Mittagspause begann der zweite Teil des Tages, in dem weitere Vertreter aus Industrie und Forschung die aktuellen Entwicklungen in der Intralogistik präsentierten.

In der Session „Logistik bewältigt Krisen“ berichtete Werner Hortig als Managing Director der Freier Group Logistics GmbH & Co. KG über die Textillogistik in Corona-Zeiten. Er konnte von seinen Erfahrungen sowie den Auswirkungen auf die globalen Lieferketten bei der Marke s.Oliver erzählen. Nach seiner Aussage gehört Improvisation zum Gestaltungsprinzip der Logistik.

Auch Maurijn Hellenthal von Arvato Supply Chain Solutions zeigte die Herausforderungen der Covid-19-Panedemie auf. Der Fokus seines Vortrages lag dabei auf das Warehousing und der Umstellung von Filialbelieferung zum Endkundenversand.

In der anschließenden Session „Mit IOT den nächsten Schritt in der Logistik gehen“ folgten drei weitere spannende Vorträge aus dem Bereich Internet der Dinge, der Industrie 4.0 sowie der Automatisierung.

Dazu stellte die BMW Motoren GmbH mit Josef Pilstl als Referenten ihren Prozess vor, wie Innovation von der Idee bis zur Serienreife bei BMW umgesetzt werden. Darauf aufbauend erhielten die Zuhörer einen Einblick in den neuen Ortungsstandard „omlox“ der PROFIBUS Nutzerorganisation e.V.. Inhaltlich abgeschlossen wurde die Vortragssession von der INFORM GmbH. Matthias Wurst zeigte wie Ortungs- und Telematikdaten der LKW-Transporte den innerbetrieblichen Materialfluss bereits ab der Entlade-Rampe optimieren können.

Der informative Kongresstag wurde mit dem Themenfeld „Veränderte Arbeitswelten“ abgerundet. Auch hier konnte der aktuelle Einfluss der Pandemie nicht außer Acht gelassen werden. So zeigte Dr.-Ing. Sascha Feldhorst als Managing Director und einer der Gründer von MotionMiners aus Dortmund die besonderen Schwierigkeiten und Herausforderung auf, die ein junges Start-up in diesen besonderen Zeiten gegenübersteht. Er stellt dabei den Vergleich von der Nussschale im Sturm auf, den ein Start-Up zu bewältigen hat.

In einem gemeinsamen Vortrag berichteten Christopher Kirsch von Beumer Group und Mathias Thomas von Dr. Thomas + Partner von ihren Erfahrungen zu Beginn der Pandemie. Flüge wurden gestrichen, Reiseverbote ausgesprochen – eine Inbetriebnahme vor Ort und Wartungen von Fördertechnikanlagen war damit nicht mehr in gewohnter Form möglich. Deshalb setzten sie Augmented-Reality-Datenbrillen zu diesem Zweck ein. Die Ende 2019 implementierte Technologie fand damit bereits früher als erwartet ihren Einsatz.

Zuletzt präsentierte Prof. Dr.-Ing. Martin Schmauder vom Institut für Technische Logistik und Arbeitssysteme der Technischen Universität Dresden den aktuellen Forschungsstand der digitalen Ergonomie bei manuellen Logistikprozessen. Er bestätigte dabei den einheitlichen Konsens auf die Tagungsfrage: Die Automatisierung nimmt zwar in der Intralogistik zu. Der Mensch ist aber noch lange nicht abgeschrieben! Und das ist auch gut so!

Zum Ende des Tages konnte Professor Fottner bereits den Termin für den Materialflusskongress 2022 verkünden. Das 30. Jubiläum soll vom 30. März 2022 bis 01. April 2022 stattfinden. Die Veranstalter hoffen dann die Teilnehmer wieder in gewohnter Form an der Technischen Universität München in Garching mit spannenden Vorträgen, interessanten Diskussionen und dem persönlichen Live-Austausch begrüßen zu dürfen.

Der diesjährige Materialfluss-Kongress fand online statt