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„Das erste und letzte Wort haben die Emotionen“ – Vortragsabend zur multikulturellen Teamführung

Im Rahmen eines Vortragsabend wurden wichtige Facetten zum Thema multikulturelle Teamführung beleuchtet.

„Lieben Sie Menschen?“ – mit dieser Frage eröffnete der Management Trainer Dr. Reinhold Kohler am 27. Mai seinen Vortrag „Gummibärchen und Liebe – Gedanken zur Multikulturellen Teamführung." Kohler, der unter anderem Experte für International Management, Leadership und Controlling ist, beleuchtete in seinem Vortrag verschiedene Aspekte der Führung von Menschen in multikulturellen Teams. Folgt man dem studierten Elektro- und Wirtschaftsingenieur, sei Liebe zu anderen Menschen einer der zentralen Aspekte gelungener Teamführung. 

Stichwort Empathie

Die Idee, sich näher mit der Führung von multikulturellen Teams zu befassen, kam Kohler durch seine eigene Arbeit. Er habe oft mit Menschen anderer Kulturen zusammengearbeitet, was mit viel Freude, oft aber auch mit Hindernissen verbunden war. Empathie sei dem Management Trainer zufolge der Schlüssel für eine gelungene Kommunikation. Auch die Fähigkeit,  die Emotionen anderer zu verstehen, sei hierfür zentral – denn „das erste und letzte Wort haben die Emotionen, die aber erst einmal freigeschaufelt werden müssen“, betont Kohler.

Wie Menschen ticken

Schlaglichtartig gab Kohler Einblicke in die für die Kommunikation wesentlichen Aspekte der Neurowissenschaften und den Aufbau des Gehirns, um näher zu bestimmten, wie das Gehirn überhaupt arbeitet. Die Unterscheidung zwischen überwiegend rational und überwiegend emotional ausgerichteten Menschen war dabei nur ein Merkmal. Auch auf verschiedene Kulturdimensionen, die unterschiedlichen Kulturen bestimmte Eigenschaften zuschreibt, ging Kohler ein.

Über Führungsverhalten und soziale Veränderungen

Auch ein eigens entwickeltes Modell zur Optimierung von Führungsverhalten wurde vorgestellt. Das ROSKAB Leadership Model dient als Hilfe für die Führung multikultureller Teams. Es steht für Roles, Skills und Abilities. Das Model für Führungsverhalten hat zum Ziel, die Motivation der Mitarbeiter zu stärken und so im Umkehrschluss auch deren Produktivität zu erhöhen. Neben direkten Methoden, wie Zeitmanagement oder der Steigerung emotionaler Intelligenz, liefert das Modell auch indirekte Methoden zur Optimierung kultureller Intelligenz oder zur Verbesserung multikultureller Kommunikation.

Darüber hinaus erfuhren die Teilnehmer mehr über die verschiedenen bestehenden Personentypen und das Lewin Change Model, das sich mit sozialen Veränderungen in der Gesellschaft befasst. Mithilfe aufschlussreicher und interessanter Tests vor Ort brachte Kohler zudem näher, wie die menschliche Wahrnehmung funktioniert. 

Gummibärchen und Liebe

Abschließend empfahl Kohler, die Ursache von zwischenmenschlichen Diskrepanzen zu analysieren. So solle man bei emotionalen Diskrepanzen „nicht auf Konfrontation gehen, sondern Verständnis zeigen und Gummibärchen und Liebe geben“. Der Abend endete noch mit einem kleinen Imbiss und angeregten Gesprächen.

Gemeinsame Sache

Der Vortrag Gummibärchen und Liebe fand im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der VDI Projektgruppe Cross Cultural Group (CCG) und dem Arbeitskreis Unternehmer und Führungskräfte statt. Der VDI-Arbeitskreis Unternehmer und Führungskräfte befasst sich mit Themen wie Unternehmensführung, Personalführung, interdisziplinäre Technik und Work-Life-Balance. Die Cross Cultural Group hat ihrerseits zum Ziel, ein internationales Erfahrungsnetzwerk der Ingenieure auszubauen, Vorträge zu internationalen Themen zu organisieren und gemeinsame Projekte zu realisieren. Ein Vortrag zur multikulturellen Teamführung war also ein idealer Anlass, um die Schwerpunkte des Arbeitskreises mit den Zielen der CCG zu verzahnen.

Sarah Stingl

Gruppenbild nach der Veranstaltung

Management Trainer Dr. Reinhold Kohler beleuchtet verschiedene Aspekte multikultureller Teamführung

Kohler betont dabei vor allem, wie wichtig Empathie ist

Die gemeinsamen Veranstaltung des AK UuF und der CCC begeisterte zahlreiche Teilnehmer

V.l.n.r.: Dipl.-Ing (FH) Thomas Erler (Leiter der Cross Cultural Club), Management Trainer Dr. Reinhold Kohler, Dipl.-Ing. Christa Holzenkamp (Stev. Vorsitzende des VDI Süd und Leiterin der Unternehmer und Führungskräfte)