Chancen und Risiken für das Produktmanagement

Schwächen in Unternehmen erkennen und beheben

Was Unternehmens-Judo ist, wodurch es sich auszeichnet und welche Chancen und Risiken sich dadurch im Produktmanagement aufzeigen lassen, verdeutlichten am 15. Juli Dr. Oliver Anton und Dipl.-Ing. Andreas Sarfert praxisnah im Rahmen eines Vortrags des VDI-Arbeitskreises Technischer Vertrieb und Produktmanagement. Die beiden Referenten bringen selbst jahrelange Erfahrung im Produktmanagement (PM) mit und konnten in den Räumen der TU Garching mit reichlich Know-how aufwarten. In einer lebhaften Podiumsdiskussion setzten sich die Referenten gemeinsam mit den Teilnehmern zu Fragen rund um das Thema PM auseinander, diskutierten Handlungsfelder und tauschten Ideen für zukünftige Treffen des Arbeitskreises aus.

Was Unternehmens-Judo auszeichnet

Der Begriff Unternehmens-Judo wurde in den 80er Jahren durch Peter Drucker geprägt. Unternehmens-Judo beschreibt eine Strategie neuer Marktteilnehmer, die die Schwächen der Etablierten erkennt und gezielt angreift, um einen Marktvorteil zu erlangen. 

Oliver Anton stellte die fünf häufigsten Unternehmens-Schwächen vor, die sie im Konkurrenzkampf mit anderen anfällig machen. Allen gemeinsam ist, dass sich das Unternehmen selbst überschätzt: so ist beispielsweise eine mögliche Schwäche eines Unternehmens das Not-Invented-Here-Syndrom. Diese Schwäche beschreibt inhaltlich die Ansicht eines Betriebs, dass „etwas nicht gut sein kann, wenn es das Unternehmen nicht selbst erfunden hat“. Eine ebenfalls häufig auftretende Schwäche ist, dass man schlichtweg die eigene Produktqualität im Vergleich mit den Wettbewerbern überschätzt.

Der Umgang mit Schwächen

Wie man die Schwächen eines Unternehmens ausmerzt und welche PM-Werkzeuge sich im Umgang damit anbieten, zeigte Andreas Sarfert mithilfe zahlreicher Beispiele aus der eigenen PM-Berufserfahrung. Kundennähe, Benchmarks und eine konsequente Wertanalyse schaffen die Grundlage für eine klar definierte und kommunizierte Produktstrategie.

Die geeigneten Werkzeuge aus der PM-Toolbox (z.B. Customer Journey, Fokusgruppen) sind hier gefragt. Ebenso spielen Schulungen eine wichtige Rolle, hebt Andreas Sarfert hervor: „Wir können nicht einfach nur Flyer schicken“, sagt er. Dabei sei es besonders wichtig, nie die Sicht des Kunden außer Acht zu lassen. „Produktmanagement wird häufig zu sehr als interne Aufgabe behandelt“, kritisiert er. Ein Produktmanager sollte allerdings alle relevanten Faktoren im Blick haben, vom Einkäufer bis hin zur Produktentwicklung und zum Endkunden.  

Neustrukturierung des Arbeitskreises

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden einzelne PM-Aspekte herausgearbeitet, die nach Ansicht der Teilnehmer deren beruflichen PM-Alltag bestimmen. Unter anderem wurde der Internetvertrieb für Anlagenbauer, PM für kleine bis mittlere Unternehmen sowie die PM-Herausforderungen eines globalen Portfolios als potenzielle Themenfelder identifiziert. Neben diesen eher sachorientierten Punkten wurden jedoch auch weichere Themen wie die potenziellen Kommunikationshürden zwischen jungen Vertrieblern und erfahrenen Einkäufern für einen Erfahrungsaustausch genannt. Die Themenliste stellt einen wertvollen Ausgangspunkt für weitere Veranstaltungen des AK dar und bietet viel Potenzial für Synergien mit anderen Arbeitskreisen.

Wer an Themen wie Marktsegmentierung, Modularisierung, Digitalisierung oder B2B-Vertrieb interessiert ist, gerne im Austausch mit anderen steht oder zukünftig sogar aktiv mitwirken will, kann gerne mit Oliver Anton in Kontakt treten. Oder besuchen Sie eine der nächsten spannenden Veranstaltungen des Arbeitskreises. Der AK Technischer Vertrieb und Produktmanagement freut sich auf Sie!