Mitgliederversammlung 2019: Der VDI Süd macht’s digital

Zur Mitgliederversammlung des VDI Süd, die am 18. Februar im TÜV SÜD stattfand, befand sich nicht nur das Wetter auf der Überholspur. Lagen die Temperaturen im Vorjahr ganze 13 Grad unter Null, traf man sich am Abend dieses frühlingshaften Februartages mit sagenhaften 13 Grad und Sonnenschein, um schwerpunktmäßig über Digitalisierung zu sprechen; ein Thema mit Diskussionspotenzial, wie sich im Verlauf des Abends zeigte.

Denn um den VDI Bezirksverein München, Ober- und Niederbayern fit für die Zukunft zu machen, stand eine Satzungsänderung auf dem Plan, die auch die digitalen Anforderungen rund um das Vereinsleben samt Vorstandsarbeit erfüllt.

Gerüstet für die Zukunft

Im gut gefüllten Chiemsee-Saal stellte der Vorsitzende Prof. Peter Pfeffer zunächst den Tätigkeitsbericht für das Jahr 2018 vor. Einstimmig entlasteten die Mitglieder den Vorstand, genehmigten Haushalt und Jahresabschluss und bestätigten die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands. 

Nach einer engagierten und durchaus kritischen Diskussion der vorgeschlagenen Satzungsänderung stimmte die Mitgliederversammlung mit 96 % der Stimmen für die Neufassung.

Breite Zustimmung fand auch die Ergänzung des doch recht sperrigen Vereinsnamens durch die Abkürzung VDI Süd. Die regionale Bandbreite des Bezirksvereins München, Ober- und Niederbayern mit Bezirksgruppen in Ingolstadt, Landshut, Rosenheim, Deggendorf und Innviertel sowie drei regionalen Bereichen in Österreich macht eine treffende Bezeichnung des VDI Süd im alltäglichen Sprachgebrauch fast unmöglich.

Analog zum bereits vorgenommenen Umzug des Internetauftritts von www.verein-der-ingenieure.de auf www.vdi-sued.de im Zuge der Digitalstrategie, wird damit auch die ergänzende Abkürzung des Bezirksvereins als VDI Süd in der Satzung verankert. So finden sich ab sofort auch im Kurznamen alle dem Bezirksverein zugeordneten Regionen wieder.

„Das Ehrenamt – Kitt der Nation“

Passend zu den Ehrungen, mit denen der VDI in jedem Jahr Auszeichnungen für herausragendes, ehrenamtliches Engagement vergibt, hielt Eva Gottstein MdL, kommissarische Beauftrage der Bayerischen Staatsregierung für das Ehrenamt, ihr Grußwort.

Mit Blick auf die außergewöhnlichen Leistungen Ehrenamtlicher in nahezu allen Bereichen der Gesellschaft würdigte sie die Bedeutung des Ehrenamts als Kitt der Nation.  

Auch in diesem Jahr zeichnete der VDI Süd langjährige Fördermitglieder aus.

Dipl.-Ing. (FH) Stefan Emilius

Mit Dank und Anerkennung für sein außerordentliches Engagement für den VDI im VDE/VDI-Arbeitskreis Informationstechnik verlieh der Vorstand Dipl.-Ing. (FH) Stefan Emilius die Ehrenplakette des VDI.

Emilius stellt mit einem aktiven Team stets interessante, gut besuchte Veranstaltungsreihen mit sehr kompetenten Referenten zu einschlägigen Trends und Themen zusammen. Seine konstruktiven Vorschläge in den Beiratssitzungen fördern und bereichern den Service des Bezirksvereins für die Mitglieder.

Fritz Münzel

Dipl.-Ing. Fritz Münzel wurde für sein außerordentliches Engagement als Chefredakteur des VDI/VDE- Mitgliedermagazins „Technik in Bayern“ geehrt.

Als studierter Nachrichtentechniker und Mitglied im erweiterten Vorstand des VDE sorgt er seit 2015 auch als Chefredakteur dafür, dass die TiB zu den besonders gern gelesenen Ingenieursmedien der Region gehört.

Sabine Schnurr

Der Vorstand bedankte sich zudem sehr herzlich bei Sabine Schnurr, der langjährigen Leiterin der Geschäftsstelle des VDI Süd, die nach nun 20-jähriger, hauptamtlicher Tätigkeit in den Ruhestand geht. Eindrücklich schilderte Prof. Pfeffer, dass wohl keiner den VDI Süd so gut kenne wie sie: „Sie ist das Herz unseres Bezirksvereins“.

v.l.n.r. Prof. Dr. Pfeffer, Vorstandsvorsitzender; Eva Seifert; Dipl.-Ing. Georg Loy; Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Grallert; Dr. Jan Göpfert, Vorstandsmitglied VDI Süd.

Knorr Bremse AG
Für die Knorr Bremse AG nahm Eva Seifert die Urkunde für 65 Jahre Mitgliedschaft entgehen. Mit ihrem persönlichen Blick auf die traditionsreiche Partnerschaft zwischen Knorr Bremse und VDI brachte Frau Seifert bei der Überreichung der Urkunde ein Herzstück der gemeinschaftlichen Förderung des Ingenieurwesens auf den Punkt – die Bedeutung des Austauschs der Experten untereinander, die zu Veranstaltungen der VDI Arbeitskreise und Fachgesellschaften zusammen kommen und damit selbst das führende Netzwerk der Ingenieure bilden. Auch in Zukunft freue man sich darauf, das Ingenieurwesen in partnerschaftlicher Verbundenheit zu fördern.

Grenzkraftwerke GmbH
Ebenfalls für das 65-jährige Jubiläum wurde Dipl.-Ing. Georg Loy von der Grenzkaftwerke GmbH eine Auszeichnung überreicht. Herr Loy unterstrich die große Bedeutung der regenerativen Energiequelle Wasserkraft, mit der die Grenzkraftwerke GmbH seit 1954 das Laufkraftwerk Braunau-Simbach betreibt. Durch die Lage des Inn-Kraftwerkes in den Gemeinden Ranshofen (Oberösterreich) und Kirchdorf am Inn (Bayern) zeigt sich eine enge Verbundenheit der beiden Länder. Und die wird auch beim VDI Süd gelebt.

Eduard Rhein Stiftung
Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Grallert nahm die Urkunde für 25 Jahre Förderung des VDI durch die Eduard-Rhein-Stiftung entgegen. Die Stiftung widmet sich seit 1976 der Förderung der wissenschaftlichen Forschung sowie der Bildung, Erziehung, Kunst und Kultur und vergibt jährlich u.a. einen hochdotierten Technologiepreis. Stiftungsvorstand Prof. Grallert betonte, dass es ihn sich sehr freuen würde, wenn unter den zukünftigen Preisträgern ein VDI-Mitglied wäre.

Bereits 2015 in die Taskforce des Zentrums Digitalisierung Bayern (ZD.B) berufen, beleuchtete der studierte Diplom-Informatiker die entscheidenden Stationen industrieller Entwicklungen auf inhaltlich beindruckende Weise – ein Streifzug durch den Beginn der Mechanisierung, die Errungenschaften der Massenfertigung, bis hin zur Automatisierung durch Elektronik und IT und die sogenannte Industrie 4.0, die gemeinhin nur noch als Digitalisierung bezeichnet wird.

Es gilt das Mooresche Gesetz

Das Revolutionäre unserer Zeit zeigt sich Irlbeck zufolge bereits mit Blick auf die exponentielle Entwicklung technischer Neuerungen. Ausgehend vom mooreschen Gesetz verdoppele sich die Anzahl der Transistoren in integrierten Schaltungen alle zwei Jahre. Indem intelligente Strukturen geschaffen und miteinander vernetzt werden können, ergeben sich völlig neue Schlüsselprobleme: Fragen nach Identität und Validität von Information, sind damit ebenso auf dem Plan, wie Synchronisierungsmodalitäten, Überwachungsfragen und Datenschutz.

Ebenfalls revolutionär ist heute, dass Phänomene unterschätzt werden – das Prinzip Bit Coin etwa. Was noch vor kurzer Zeit als technischer Trend abgetan wurde, hat Geschäftsmodelle hervorgebracht, von denen man kaum träumen konnte.

Von der Rasanz neuer Geschäftsmodelle

Eines der größten Medienunternehmen der Welt (Facebook) produziere keine eigenen Inhalte und Airbnb besitzt als weltweit größte Anbieter von Unterkünften keine einzige Immobilie. Gleiches gilt für das Taxiunternehmen Uber, das auf den Besitz von Fahrzeugen verzichtet - ebenso wie Flixbus, das in kürzester Zeit zum größten Busunternehmen Deutschlands wurde. 

Zukunftsstrategie Bayern Digital I

Das ZD.B ist als Initiative der Staatsregierung und Staatsbetrieb ein Schlüsselelement der bayerischen Zukunftsstrategie Bayern Digital I. Es zielt darauf ab, Bayern zur Leitregion des digitalen Aufbruchs zu verhelfen. Bayern soll erstklassiger Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Standort werden. Mit einem Budget von 2,5 Mrd. Euro lagen die Schwerpunkte in den Jahren 2015 bis 2018 in der Vernetzung und im Wissenstransfer, in der Stärkung des Mittelstands und in der Förderung digitaler Start-Ups. 

Bayern mit Masterplan 

Mit dem Masterplan Bayern Digital II setzt die Staatsregierung das Investitionsprogramm für die digitale Zukunft Bayerns fort und stellt mit weiteren ca. 3 Mrd. Euro in den Jahren 2018 bis 2022 und rund 2.000 neuen Stellen die Weichen. In diesem zweiten Masterplan liegen die Schwerpunkte auf der Gigabit-Infrastruktur, der  Aus- und Weiterbildung (Methoden und Inhalte), auf Ausstattung und Kompetenzen in der IT-Sicherheit und auf Digitale Technologien und deren Anwendung.

Als Initiative für Wirtschaft, Wissenschaft und Gründungsförderung für ganz Bayern ist das Thema Digitalisierung im Energiebereich ein Teilbereich. Im Schnelldurchlauf bot Irlbeck Einblicke in ausgewählte Aktivitäten und Projekte, bis Peter Pfeffer zum gemütlichen Teil des Abends überleitete – zum gemeinsamen Abendimbiss mit Raum zur Diskussion. 

Nach getaner Arbeit: SuJ-Vertreter Carlo Schöpp mit den Vorstandskollegen des VDI Süd David Wojciechowski, Andreas Wüllner und Peter Hotka beim zünftigen Abendimbiss.