Headset im Ohrring: Eine Perle der deutschen Gründerszene

Judith Gampe, studierte Mathematikerin und vormals im Risikomanagement einer Unternehmensberatung tätig, ist Gründerin des Unternehmens NOVA Products. Das Unternehmen stellt telefonfähige Perlenohrringe her –  ein Headset im Ohrring. 

Im Rahmen eines VDI-Vortragsabends im Arbeitskreis Frauen im Ingenieurberuf (FiB) beantwortete Gampe am 8. Mai in den Räumlichkeiten der Hochschule München kompetent und humorvoll in einer offenen Diskussionsrunde Fragen zu ihrem Produkt. Dabei ging es unter anderem um Patente, Risiken und die Gründung von Start-Ups. Natürlich war auch die Funktionsweise der Headset-Ohrringe selbst ein großes Thema. Die Technik zum Telefonieren findet Platz in einer ausgehölten Süßwasserperle, die an einem Clip befestigt ist und sich so am Ohr tragen lässt. 

„Und plötzlich gab es das Produkt wirklich“ 

Vor der Gründung war die Mathematikerin sehr überrascht, dass die Idee noch nicht patentiert war. Ein Headset hatte sie nie benutzt, weil sie es schlichtweg unpraktisch fand und als sie anderen von der Idee erzählte, “war das Feedback großartig“, so Gampe. Mittlerweile hat sie das Patent erfolgreich angemeldet. 

Auch an den Moment, als der erste Prototyp nach einigen Versuchen endlich fertiggestellt war, erinnert sich die Entrepreneurin: „Das war wie im falschen Film. Plötzlich gab es das Produkt wirklich“. Drei Investoren und eine Investorin hat ihr Unternehmen bereits. „Die Investoren mussten aber erstmal ihre Frau fragen, ob sie das für eine sinnvolle Idee halten“, erzählt Gampe amüsiert. 

Gegen Ende stellte die Referentin die neueste Generation ihrer Headset-Ohrringe vor: „Das sind die teuersten Ohrringe, die ich je hatte!“, sagt sie über die Perlenohrringe der vierten Generation, die bereits funktionsfähig sind. 

Dafür sind die Ohrringe intuitiv bedienbar, so wird etwa durch einmaliges Klicken ein Anruf angenommen, durch zweifaches abgelehnt – ein Multifunktionsbutton also. Und die Idee kommt an. Am Flughafen sind die Headset-Ohrringe gefragt, eine arabische Airline will sie auch schon ins Portfolio aufnehmen. 

Sarah Stingl